Regionale Marktplätze Laßnitzhöhe und Kainbach

 

Im Rahmen eines geladenen Wettbewerbs suchte der Regionalverein „Hügelland östlich von Graz“ nach Ideen, dem Marktplatz in zeitgemäßer Form wieder Raum zu geben. Für vier Gemeinden war ein Konzept gefragt, das mittels wiederkehrender Verwendung vorgegebener Leitmotive – Klingensteiner Achteckstadel und hochstämmiger Apfelbaum – gemeinsame Identität erzeugen sollte.

HoG Architektur überzeugte mit einem stimmigen Konzept: Betonplatten mit besenrauer Oberfläche, deren polygonale Kontur sich aus den Potenzialen des jeweiligen Standorts entwickeln, schaffen charakteristische Grundebenen, auf denen sich die an allen Orten wiederkehrenden Funktions- und Gestaltungselemente präsentieren: der Klingensteiner Achteckstadel im Original oder zu einem Pavillon transformiert, das symbolisierte Hügelland mit Apfelbaum, die Milchstraße, Laube, Sitzbänke und Fahrradständer.

Im Fall des Projektes Laßnitzhöhe bildete der Umbau eines am Eingang des Kurortes liegenden schwierigen Kreuzungsbereiches Anlass und Rahmen für das Projekt. Es folgte ein intensives Ringen um die Annäherung zwischen tatsächlichen oder vermeintlichen verkehrstechnischen Erfordernissen und den Gestaltungsgrundsätzen der "Regionalen Marktplätze".
Mehrere Verkehrslösungen und entsprechende Gestaltungsentwürfe mussten verworfen werden, bevor sich die Betonplatte schließlich in das grüne Hügelland senken und der betonierte Finger das obligate Kreisverkehrsgrün durchschneiden konnte. Die dominierende Rolle als Verkehrsplatz bestimmt auch die Alltagsfunktion des Pavillons als Wartehaus, ergänzt durch ein gläsernes Pendant am anderen Ende des Fingers.
Gleichzeitig bietet die Platte mit ihren zum Aufenthalt einladenden Gestaltungselementen den einzigen Ort für Veranstaltungen in dem zur Hauptstraße hin orientierten Siedlungskern.
Dem Wunsch der Gemeinde nach einem Brunnen im Kreisverkehr wurde mit verschieden hohe Fontainen, die sich über grobe Steinblöcke sprudelnd gegen den Verkehrslärm zur Wehr setzen, entsprochen. Die weich geformte Topografie der Grünanlage mit dem hochstämmigen Apfelbaum knüpft an die Eigenart des Hügellandes an. (Text: Ute Angeringer-Mmadu nach einem Text der Architekten)