Wetterturm Schaftalberg

 

Wenn sich an heißen Sommertagen die Gewitterwolken über den Feldern und Obstgärten zusammenbrauten, dann kam die Stunde der Wetterläuter. Sie beobachteten die Gewitterstimmung und wußten aus ihrer Erfahrung, wann mit heftigen Unwettern oder gar mit Hagel zu rechnen war.

Sie beobachteten die Gewitterstimmung und wussten aus ihrer Erfahrung, wann mit heftigen Unwettern oder gar Hagel zu rechnen war. Dann wurden die Kirchenglocken geläutet, oder die Glocken der Wettertürme.

Diese waren eine Besonderheit der Region, gemauert aus Ziegel oder einfache Konstruktionen aus Holz. Das genaue Alter des Wetterturms in Schaftalberg ist nicht bekannt. Die Bauweise aus langwüchsigen Fichtenstämmen erinnert aber an Türme in der pannonischen Tiefebene, die sich bis ins frühe 18. Jahrhundert datieren lassen.

Als Josef II. das Wetterläuten - welches er für Aberglauben hielt - 1783 verbot, verstummte die Glocke. Nach hartnäckigen Interventionen der ansässigen Bevölkerung durfte die Glocke nach acht Jahren wieder ihren Dienst verrichten. In den Kriegswirren des Jahres 1917 zerstört, verfiel der Wetterturm mehr und mehr, bis er als volkskundliches und bauhistorisches Denkmal erkannt und erhalten wurde. 1996 erhielt er neun Meter hohe Turm sogar eine neue Glocke.